Hl. Geist Kirche

Zur Zeit ist die Hl. Geist Kirche leider nicht zugänglich

Am 24. Oktober 1971 wurde die neue Kirche mit Gemeindezentrum Zum Heiligen Geist in Breitbrunn geweiht. Die Planungen zum Kirchenbau gehen in mehreren Stufen bis 1963 zurück. 1965 wurde aus sieben Vorentwürfen das Projekt des Architekten Dipl. Ing. Theo Wieland zur Ausführung ausgewählt und nach mehreren Änderungen im November 1967 zur Genehmigung eingereicht. Im Folgenden sollen hier nur einige Gesichtspunkte der Gestaltung des Innenraumes der Kirche besprochen werden. Sie sind wenig bekannt und in Gefahr, dass man sie falsch versteht.

Der Kirchenraum war vom Architekten als Stätte der Begegnung für ein wachsendes Dorf gedacht, mit besonderem Bezug zur sonntäglichen Feier der hl. Messe. Die äußere Gestalt wie auch die innere Raumform sollten an ein Zelt erinnern. Dazu gehörte die scheinbare Leichtigkeit der Konstruktion des gleichsam schwebenden Zeltdaches, das nur auf zwei Einzelfundamenten ruht (eines davon enthält den Grundstein). Diese Konzeption wird durch eine subtile Lichtführung unterstützt: Einesteils öffnet sich der Raum durch schmale Glasbänder, aber auch freie Glaswände gegen Osten und Westen, andererseits wird er von Betonwänden abgegrenzt, denen durch eine zarte Fältelung der Oberfläche die Schwere genommen ist. Diese Betonwände führen weit über den eingehegten Raum für den Gottesdienst hinaus ins Freie. Im Inneren des Kirchenraumes sind in diese Wände eingelassene Kreuze zu sehen. Die Anordnung dieser Kreuze geht ganz wesentlich auf den Maler Professor Fritz Winter zurück, mit dem sich der Architekt, der schon länger mit ihm befreundet war, unter Zuhilfenahme vieler Skizzen, intensiv in dessen Atelier in Dießen beraten hat.

Diese Kreuze sollten nicht – wie öfter zu hören ist – einen modernen Kreuzweg darstellen, sie sind auch nicht als Ornamente, als „Dekoration“, zu verstehen, sondern als die „Möglichkeit vielfältiger Begegnung der Menschen mit diesem uns allen vertrauten christlichen Symbol: Groß und klein, schwer und leichter, senkrecht stehend und oft schräg, wie eine zu tragende Last“. Die vertieften Flächen der Kreuze sollten zur Belebung des Raumes farbig behandelt werden. Als Angelpunkt oder auch Schwerpunkt der farbigen Gestaltung war von Fritz Winter ein abstraktes Gemälde geplant.

Daran entzündete sich nun eine kontrovers geführte Debatte, die zur Ablehnung des Bildes und damit auch zum Scheitern der damals geplanten Farbgestaltung des Raumes führte.

Die angeführten Gründe waren unterschiedlicher Natur. Natürlich spielte auch die Finanzierung eine Rolle (obwohl Winter der Kirchenverwaltung sehr entgegenkam). Der tiefere Grund war aber wohl doch, dass ein abstraktes Bild für damit nicht vertraute Kunstbetrachter nicht vermittelbar war. Ein weiterer Grund war, dass das gespendete Geld für eine Orgel verwendet werden sollte. Sie wurde durch Anton Staller aus Grafing gebaut und im April 1973 durch Weihbischof Manfred Müller geweiht. 25 Jahre nach der Weihe der Heilig Geist Kirche führten die intensiven und unermüdlichen Bemühungen des Pfarrgemeinderates zusammen mit engagierten Bürgern schließlich zum Ziel. Der damalige Pfarrer Klaus Ammich hat Mitverantwortung getragen und den Künstler und Priester Franz Höchstötter herbeigebracht.